Doch es geschah tatsächlich, daß Einer »am offenen Meere« den Kurs geradeaus auf einen Stern nahm, der ihm die Zukunft verhieß. Es geschah weiterhin, daß er den Stern erreichte und dort verblieb. Er machte ihn wohnbar und lebendig. Indem er Kunde davon gab, erkannte man wieder einmal, daß Leben unbegrenzt ist, daß die Welt weiter geworden war. Zukunftsmusik, wie sie erwartet sein mochte, nein, wie sie der Begriff dunkel andeutete, war mit einem Mal Realität
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Doch zeigte es sich, daß die Gegenwart ihre Rechte eifersüchtig verteidigt und nichts feindseliger empfindet als Zukunft, der sie ja doch willenlos ausgeliefert ist. Ja, selbst das Reich der Toten erscheint ihr vertrauter als das Reich der Ungeborenen. Braucht sie auch den Traum im Leben, so kann sie ihn lebend nicht brauchen. Wie jener Meteorit wird diese Zukunftsmusik zum Begriff der Fremdheit. Das Unirdische ihres Wesens wird als unlebendig empfunden, das Wesensverwandte als überflüssig. Ihr Glanz verwirrt, ihre Härte wird als Starrheit angesehen, die Differenziertheit ihres Ausdrucks als Unverständlichkeit, ihre Übergeschlechtlichkeit als Unfruchtbarkeit, die Erfüllung als Begrenztheit. Da wird ihr die mangelnde Erdenschwere zur Last gelegt, die Bindung an ewig Gültiges als Sterblichkeit verhöhnt, sie gilt als unfrei, wenn sie ihre Gesetze erkennt und ihnen folgt. Muß es jedem Traum so gehen, wenn er Wirklichkeit wird? Er ist aber Wirklichkeit geworden, und so greift er ein in den Lauf der Dinge. So stark die Sehnsucht war, die ihn erscheinen ließ, so kraftvoll nun seine Lebendigkeit. Ist er auch nicht mehr wie jener Regenbogen unangreifbar, weil ungreifbar, so ist er, wie es Lebendiges ist, nicht mehr wehrlos. Schon stählt er die Sinne, daß sie sein Leuchten ertragen, schon kräftigt er die Herzen, daß sie mutvoll-freudig dem Unbekannten entgegentreten, schon dringt sein Sinn durch die Nebel und bringt Ordnung in die unsicher verwirrten Gehirne. Seine Gegenwart ist nicht zu umgehen, sie ist überall nahe – und was nahe ist, wird bald vertraut sein. Vertraut: man erkennt schon seine Züge und darin die eigenen; schon entnimmt das Ohr seinem Rauschen und Brausen das zarte Schwingen des Traumes, den jeder träumt, jeder träumen muß.
Es ist nicht mehr der Stern des Einsamen; die Erde nähert sich ihm in raschem Lauf, und die Luft, die heute nur wenige atmen, wird bald die Sphäre menschlicher Siedlungen sein. Vielleicht werden hier bald Grenzen gezogen: Bis hierher und nicht weiter! und so sorgfältig gehütet werden wie die alten. Doch sollte aus dem Wesen des Neuen für immer erkannt werden, wie es erworben ist. Daß es die Rastlosigkeit des Fühlens war, die diese Grenzen so weit gesteckt hatte, der Flug durch die Welten, der dieser Welt die Leichtigkeit gab, den Klang der Sphären, der der Menschheit nun Lied geworden ist.
Denn Musizieren heißt: immer wieder das Abenteuer mit dem Unbekannten bestehen. Musik ist immer Zukunftsmusik.
Arnold Schönberg zum 60. Geburtstag. Wien 1934, p. 28–30